„Komm, wir fahren um den Block, mit den Jungs an meiner Seite…

…will kein Monaco, will Bremerhaven“, rappen Trettmann & Marteria in dem Song „Fast Forward“. Schnell vorwärts, mit den Jungs an meiner Seite war bestimmt auch die Absicht unseres U10A-Teams vor dem Turnier in Bremerhaven. Alleine schon der Luxus der dortigen DEL-Halle der Fishtown Pinguins bringt schon eine eigene Motivation mit sich und dann auch noch die erfolgreichen Turnierteilnahmen in Mannheim und Esbjerg nur eine Woche vorher, weckten natürlich Hoffnungen auf einen erfolgreichen Rückrundenauftakt in der Niedersachsenliga. Mit Gastgeber Bremerhaven, Wolfsburg und den Hamburg Crocodiles traf man auf drei spielstarke Teams, gegen die man in der Vorrunde aber meist siegreich war. Außerdem ging es gegen Harsefeld und Adendorf, die sich beide im Laufe der Saison deutlich gesteigert haben und immer als schwer zu spielende, unangenehme Gegner gelten.

Da die Turniere in Bremerhaven mit 10 Uhr immer eine sehr angenehme Startzeit haben, reisten fast alle Teammitglieder entspannt am Spieltag an. Eine Stunde vor dem Anpfiff konnten unsere Jungs dann die luxuriöse Kabine beziehen, in der am Vorabend noch das DEL-Team der Grizzlys Wolfsburg gesessen hatte. Kabinennachbar waren die Hamburg Crocodiles, mit denen man in den letzten Wochen schon als gemischtes Team in Mannheim und Esbjerg auf dem Eis war. Vermutlich musste man sich also erst mal ein bisschen neu sortieren auf welchen Trainer man hören sollte und neben wem man zu sitzen hatte. Ein jüngeres Geschwisterkind – das mit in Esbjerg war – war auf jeden Fall so verdutzt, dass es fragte, ob heute zwei Croco-Teams spielen würden und gar nicht recht wusste warum der große Bruder plötzlich wieder als Scorpion-Indianer auflief. Spätestens beim Warmmachen war aber klar, dass heute Julian Philipp und Brad Bagu das Zepter an der Bande schwingen und die Mannschaftskollegen neben unserem Keeper #25 Wayne Katzenberger in Block eins #3 Klaas Kipper, #13 Jonas Karch, #16 Leon Hackelberg, #22 Björn Schörnig und # 23 Phillip Böttcher sowie in Block zwei #4 Emil Köweker, #6 Till Schulz, #14 Timo Knackstedt, #15 Anthony Bagu und #17 Erik Warendorf sind.

Der Spielplan bescherte uns – wie schon häufiger in dieser Saison – die Hamburg Crocodiles als Auftaktgegner. Die Besonderheiten vor diesem Spiel sind ja schon beschrieben und somit war klar, dass auf beiden Seiten die Motivation bei Spielern und Trainern noch einen Tick höher war. Die Crocos konnten das in diesem Fall etwas besser umsetzen und dominierten das Spiel mit ihrem Pass- und Positionsspiel recht deutlich. Unsere Jungs warfen aber kämpferisch alles dagegen und nachdem #13 Jonas einen Querpass der Hamburger abfangen und als perfekten Konter zur Führung versenken konnte, sah es lange danach aus, dass wir diesen Vorsprung über die Zeit würden bringen können. Vor allem auch wegen der starken Leistung von #25 Wayne, der alles entschärfte, was auf seinen Kasten flog. Doch dann kamen die letzten drei Wechsel und dabei fielen noch unglaubliche vier Tore. Zuerst erzielten die Hamburger den Ausgleich und kurz danach die Führung, die #4 Emil mit einem schönen Tunnel gegen den Croco-Keeper allerdings noch mal egalisieren konnte. Dann schafften die Hanseaten aber kurz vor Schluss die erneute Führung, die wir nicht mehr ausgleichen konnten, so dass wir leider mit einer Niederlage ins Turnier starteten.

In der nächsten Partie ging es gegen Wolfsburg. Ein Team auf Augenhöhe, gegen das wir in der bisherigen Saison meist knappe, aber erfolgreiche Spiele verbuchen konnten. Auch diesmal wurde es ein solches Spiel, da beide Teams defensiv sehr gut organisiert waren und nur wenige Schüsse zuließen, die dann auch von den beiden gut aufgelegten Torhütern entschärft wurden. Die wenigen Chancen resultierten aber auch daher, dass beide Teams kaum auf Kombinationen setzen, sondern die komplette Spielzeit auf beiden Seiten von Einzelaktionen geprägt war. Durch das kaum vorhandene Zusammenspiel mussten die einzelnen Spieler weite Wege gehen und rieben sich in Zweikämpfen auf, in denen sie sich irgendwann festrannten. Lediglich ein Wolfsburger Stürmer konnte sich einmal bis zum Abschluss durchsetzen und dann auch noch unseren Keeper bezwingen, so dass am Ende wieder ein knappes Ergebnis, diesmal leider nicht für uns, stand und wir erstmals in der Saison ohne Punkte ins dritte Turnierspiel gehen mussten.

Dabei ging es nun gegen Harsefeld. Einen Gegner, den man spielerisch in der Regel beherrscht, der aber immer unangenehm zu spielen ist und vor allem über eine überragende Torhüterin verfügt, so dass am Ende immer sehr knappe Resultate standen. Am heutigen Tag spielte sich die Begegnung dann auch praktisch von der ersten Minute an in der Hälfte der Harsefelder ab, da unser Team aber leider weiterhin auf Einzelaktionen und weniger auf mannschaftliches Zusammenspiel setzte, konnten uns die Harsefelder recht einfach verteidigen. Im Notfall packte dann ihre Torhüterin beherzt zu und so sah es lange nach einem torlosen Unentschieden aus. Doch zum Glück entschied sich der erste Block dann doch mal zu einem richtigen Spielzug und nach einem Pass aus der Defensive auf den linken Flügel passte #13 Jonas auf den schön zum kurzen Pfosten einlaufenden #3 Klaas, der den Puck rechts oben in den Winkel schlenzte, so dass auch die Harsefelder Torfrau machtlos war. So war endlich der erste Sieg des Tages eingefahren und man konnte mit einem positiven Gefühl in die Pause gehen.

Nach der Pause ging es dann gegen Adendorf, ein körperlich starkes Team, mit starken Keepern und immenser Kampfkraft. Es entwickelte sich schnell ein Spiel auf Augenhöhe, in dem unser Team seine beste Tagesleistung ablieferte. Auch wenn es weiterhin viele Einzelaktionen und unnötiges Festlaufen in Zweikämpfen gab, wurde jetzt hin und wieder auch miteinander kombiniert. Dies galt für beide Seiten, so dass es nun durchaus auch Torchancen gab. Aber wiederum starke Torhüter auf beiden Seiten wussten schlimmeres zu verhindern. Dass am Ende ein deutlicher 3-0 Sieg stand, war alleine der individuellen Klasse von #13 Jonas zu verdanken, der sich immer wieder durch die Reihen der Lüneburger Vorstädter spielte und am Ende überragende dreimal einnetzen konnte.

Zum Abschluss ging es nun noch gegen den Gastgeber aus Bremerhaven, die im Vorfeld als der schwerste Gegner angesehen wurde. Das Team verfügt über gute Schlittschuhläufer die zum Teil viel individuelle Klasse mitbringen und so präsentierten sie sich auch. Ähnlich wie Wolfsburg, und auch unser Team am heutigen Tag, bauten die Pinguins ihr Spiel auf Einzelaktionen auf, bei denen sich die schnellen Stürmer immer wieder in Schussposition brachten. Auch wenn #25 Wayne ein weiteres gutes Spiel machte und unsere Verteidiger alles gaben, war Bremerhaven individuell einfach besser besetzt und konnte so zwei Treffer erzielen. Zwar brachte uns #13 Jonas mit einem weiteren Tor am heutigen Tag noch einmal heran, aber es reichte nicht mehr um noch etwas Zählbares aus dem Spiel mitzunehmen.

Fazit des Auftritts in Bremerhaven ist sicherlich, dass unser Team in dieser Saison schon bessere Auftritte gezeigt hat, wenn es als miteinander spielende Formation auf dem Eis war. Ein Auge für den Mitspieler, kluge Pässe, weniger Zweikämpfe und am Ende den freien Mann vor dem Tor haben in der Vorrunde ja schon drei Turniersiege gebracht. Findet das Team zu dieser Spielart zurück, wird es ganz sicher auch in der Rückrunde weitere Erfolge geben können. Überragend präsentierte sich einmal mehr #13 Jonas mit fünf von sieben Toren, wobei seine Klasse gegen Teams wie Bremerhaven, Wolfsburg oder die Crocos am Ende nicht ausreicht, wenn man nicht auch als Team zusammen spielt. Da die Jungs aber schon bei so vielen Spielen in dieser Saison gezeigt haben, dass sie genau das können, bin ich optimistisch, dass sie das auch bald wieder zeigen werden.

Weiter geht es nun am 27.01. in HH-Stellingen und am 28.01. am heimischen Pferdeturm. Auch hier wird man wieder auf starke, gleichwertige Gegner treffen und uns werden wieder viele spannende Spiele erwarten.